Sportbund muss für Bogners Jacken sogar bezahlen

Der Münchner Modeausstatter Bogner erreicht zwar mit der Ausstattung des deutschen olympischen Teams eine Weltöffentlichkeit, doch die Ausrüstung stellt er nicht vollständig kostenfrei zur Verfügung. Wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bestätigte, bekommt Bogner einen Teil der Kosten für die Jacken, Hosen und Mützen, die die Athleten beim Einmarsch ins Stadion von Sotschi trugen, erstattet. Nach Informationen der “Welt am Sonntag” trägt Bogner nur in etwa zwei Drittel der Kosten.

Jeder Athlet erhält bei den Olympischen Spielen eine Garderobe, die 70 Teile umfasst. Bogner stellt traditionell die Ausrüstung, die beim Einzug ins Stadion getragen wird. Die anderen Ausstatter sind der Sportartikelhersteller Adidas sowie der Schuhproduzent Sioux. Beide stellen im Gegensatz zu Bogner ihre Ausrüstung vollständig kostenfrei zur Verfügung.

Warum bekommt Bogner so gute Konditionen?

Die Konditionen für Bogner gelten als günstig. “Wer das deutsche Olympiateam ausstattet, der bekommt viel Aufmerksamkeit. Dafür würden viele Marken sehr viel Geld bezahlen”, sagt Sebastian Uhrich vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln. “Der Deutsche Olympische Sportbund muss sich fragen, ob er denn gut verhandelt, wenn er teilweise Geld für die Bekleidung der Sportler zahlen muss.”

Der DOSB wehrt sich gegen den Verdacht, Bogner besonders günstige Konditionen einzuräumen. Der Verband erklärt, den Ausrüstervertrag stets neu auszuschreiben. Bei der Suche nach einem Ausrüster für die olympischen Sommerspiele 2012 habe sich gezeigt, dass neben Bogner kein Unternehmen in der Lage und willens war, die erforderliche Qualität zu liefern. “Die Einkleidung der Olympiamannschaft ist ein schwieriges Spezialgeschäft”, erklärt der Verband.

Willy Bogner sagte gegenüber der “Welt am Sonntag”, er müsse die Ausschreibungen des DOSB alle vier Jahre erneut für sich gewinnen. “Es gibt kein Abonnement.”

Das Unternehmen Bogner rüstetet bereits seit 1936 die deutschen olympischen Teams bei den Winterspielen aus und war in London zum ersten Mal auch Ausrüster von Sommerspielen.